ß zurück    
 

Der geprellte Wirt

(aus Carlo Bosco's Zauber-Kabinet, Quedlinburg, 1838)

 
     
  Siebzehn Studenten lustigen Humors hielten ein respektables Mahl, wobei sie den frohlaunigen dicken Wirth mitspeisen ließen. Sie hatten sich aber wie nachstehende Figur zeigt, an die lange Tafel gesetzt.
Die Zahlen bezeichnen die Studenten, welche sammt dem am anderen Ende sitzenden Wirthe ausmachen.

 

  Der geprellte Wirt  
     
  Nachdem das Mahl ziemlich vorüber war, setzt der Student bei Nr. 1 seine wohlgespickte Börse, aus welcher einige Goldstücke rollten, mit folgendem Vorschlage auf den Tisch:
"Heute wird nur Einer von uns die Zeche bezahlen, und zwar derjenige - Sie Herr Wirth versteht sich inbegriffen -, welcher nicht zufällig frei wird. Diese Freiwerden von der Zeche soll allemal durch richtiges Abzählen Dem zu Theil werden, auf welchen die Zahl 7 fällt, und sodann als frei ausscheidet. Für meine Freunde bürge ich mit meiner auf dem Tisch liegenden Börse; aber etwas Gutes wollen wir vorher noch trinken!"

Der dicke Wirth sah das ihm zurollende Geld als ein günstiges Zeichen an, ging mittels eines Handschlages auf diesen Antrag ein, schaffte 18 Flaschen von seinem besten Wein zur Stelle, und lachte sich der namhaften Zeche wegen ins Fäustchen, denn eine 7 -denkt er - wird von so vielen ihn doch wohl treffen.
Hierauf begann der Student bei Nr. 1: "Für meine Bürgschaft und den von mir gemachten vorteilfaften Vorschlag verlange ich nur, daß ich das Zählen von meiner Person beginne, und damit bei dieser Loosung keinerlei Irrthum eintrete, wird Jeder das Zimmer verlassen, auf den eine 7 als Freiloos fällt."
Der Student Nr. 1 fängt nun bei sich an zu zählen, worauf der Student Nr. 7 als zechfrei das Speisezimmer; hierauf beginnt der Student bei Nr. 8 und zählt bei demselben 1, beim Wirth 2, beim Studenten Nr. 10 die 3 und so bis 7 fort.. Auf diese Weise fiel auf jedem der Studenten ein Freilos. Und der Wirth blieb fluchend allein.
 
     
ß zurück